Kopfrechnen und Klamotten

Zugegeben! Ich sehe nicht unbedingt aus wie Kate Moss. Das mag unter anderem auch daran liegen, dass ich- nicht nur aus finanziellen Gründen- kein Kokain konsumiere. Regelmäßiges Nichtkoksen ist der Figur nicht besonders zuträglich. Auch konsequentes Kettenrauchen kann da nicht weiterhelfen. Trotzdem haben meine Hosen noch keine Gummizüge und meine Unterwäsche ist nicht hautfarben.

Hin und wieder begebe auch ich mich auf die Suche nach neuer Bekleidung , auch nicht ohne Freude dabei zu empfinden. Dabei vermeide ich jedoch meist erfolgreich Läden, in denen man schon kaum in die Umkleidekabine passt, sondern mit dem Gesäß in den Verkaufsraum ragt, wenn man sich die Schuhe zubindet. Auch schrecken mich Geschäfte ab, die ausnahmslos von jungen Damen bewirtschaftet werden, die die Hauptschule ohne Abschluss verließen, um dann bauch- und hirnfrei mit kleinen Blinkersteinchen auf den Fingernägeln, Plastikblusen und Hosen mit Arschtatoos zu verkaufen.

Eines Tages jedoch war ich mit einer Freundin zusammen auf großem Beutezug, die zwar nicht unbedingt Kate Moss, mindestens aber Heidi Klum nahe kommt. Somit hatte ich keine Wahl: Wenn ich nicht die Hälfte des Tages rauchend vor diversen Geschäften in der Einkaufsstraße stehen wollte, musste ich wohl mit in jedes Geschäft, welches auf ihrer imaginären Liste stand.

„Bei spanischen Größen musst du immer zwei Nummern größer nehmen, die haben ein anderes System“, gab sie mir noch mit auf den Weg und verschwand hinter einem Haufen glitzernder T-Shirts. Diesen Ratschlag im Ohr wunderte ich mich nicht mehr über die Tatsache, dass alles über Größe 38 bereits ausverkauft war. Größe 34 hingegen war im Überfluss vorhanden. Ich stellte mir gerade die Frage, ob man in diesen unteren Konfektionsbereichen auch noch zwei Nummern abziehen müsse und wem das wohl noch passen könnte und kam zu dem Schluss: Frauen, die da reinpassen, werden bereits künstlich ernährt und können sich nicht mehr auf den Beinen halten.
Ich sah mich also weiter um und konzentrierte mich auf die Abteilung, die wohl jede Frau nach frustriertem Shopping irgendwann in Angriff nimmt: die Accessoires! Gerade hatte ich mir ein Paar Handschuhe (in Größe S natürlich) genauer angesehen, als ich die Hilferufe meiner Freundin hörte, die sich in der Umkleidekabine in einen Pullover Größe 38 verfangen hatte und manövrierungsunfähig war. Während ich ihr aus dem Kleidungsstück half, murmelte ich etwas von „zwei Größen abziehen“, was dazu führte, dass sie nach 40 verlangte. Das Ergebnis war das gleiche, nur die Ärmel waren länger, immerhin! Glücklicherweise konnten wir beide Exponate unbeschadet zurück ins Verkaufsfach legen.

Zum Schluss stieß ich auf ein Polo Shirt in Größe L, welches exakt die Größe eines DIN A4 Blattes hatte. Bevor ich überprüfen konnte, ob sich wohl eine Verkäuferin dazwischen werfen würde, wenn ich zielstrebig mit diesem Stück Richtung Umkleide ginge, überredete mich meine Freundin zu gehen und lieber einen Cheeseburger zu essen. Weise Entscheidung!

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