10 Gründe, NICHT nach Dubai zu reisen

1. Es ist warm. Sehr warm. Das Kameraobjektiv beschlägt, wenn man ins Freie tritt. Auch ein Glas Wasser mit Zimmertemperatur beschlägt sofort. Schokolade im Supermarkt kaufen? Keine Chance. Es sei denn, man transportiert es mit einem Taxi, die sind nämlich meist auf 18°C runter gekühlt. Dieses Temperatur- Achterbahnfahren ist gewöhnungsbedürftig. (Zitat 22:00 Uhr, Hotel Skylounge: „Brrr, ist das kalt hier! Lass uns mal zum Pool, ich muss mich aufwärmen“)

2. Es brummt Überall. Im Hotelzimmer, am Pool, in den Straßen: Überall brummt es. Klimaanlagen, Ventilatoren, permanent ist dieses Geräusch in den Ohren. Nur in der Wüste ist es leise.

3. Dunst Wer blauen Himmel sucht, der sollte nicht nach Dubai fahren, denn den gibt es dort selten. Selbst in der Wüste ist es so dunstig, dass man keine Sterne sieht. Die feuchte Luft, die vom Golf aufsteigt, verbunden mit den 37634766399 Tonnen CO², die täglich durch die Klimaanlagen in die Atmosphäre geblasen werden, erzeugen einen fiesen Schleier, der sich über die ganze Küste legt.

4. Komplette Verschwendung  Die größte Mall der Welt, das höchste Gebäude der Welt, das einzige 7 Sterne Hotel. Eine riesige künstlich aufgeschüttete Insel. Sechsspurige Straßen. Eine riesige Golfanlage in der Wüste. Dubai ist irgendwie immer einen drüber. Das ist wohl das Ergebnis, wenn ein Land innerhalb sehr weniger Jahre plötzlich sehr sehr reich wird.

5. Straßenverkehr In Dubai kann man außerhalb der Altstadt am Creek nicht spazierengehen. Die Hitze hat wohl dazu geführt, dass die neu errichtete Stadt ausschließlich über Metro, Bus und Taxi erschlossen ist. Die Straßen sind riesig und trotzdem häufig verstopft. Verpasst man eine Abfahrt, kann man gut und gerne 20km im Kreis fahren. Aber wen kümmert es? Ein Liter Benzin kostet hier ja nur 30 Cent.

6. Natur? Wer die Natur sucht, sollte natürlich per se keinen Wüstenstaat besuchen. Sattes Grün erwartet einen natürlich nicht. Aber in einem Land, in dem ganze Inseln künstlich aufgeschüttet werden, verliert man etwas die Orientierung (was ist echt? was ist künstlich?). Meine Freude über die Palme, unter der ich lag, wurde auf jeden Fall durch das Wissen getrübt, dass sie außerhalb der Stadt künstlich bewässert und anschließend umgepflanzt wurde.

7. Tourismus1 Wie jedes andere Urlaubsland auch, verstehen die Menschen in Dubai ihr Geschäft. Jede Attraktion endet in einem Shop. Wir haben etliche Japaner gesehen, die sich für einige Dirham in einem Scheichsgewand haben fotografieren lassen.

8. Tourismus 2 Auch die Menschen, die in Dubai wohnen, sind meist zugezogene. Ich bin mir nicht sicher, ob wir überhaupt einen einzigen „Local“ gesehen haben. Nur 10% der Einwohner der Emirate sind tatsächlich Emiratis.

9. Baustellen Dubai ist nicht fertig und wird es auch wohl nie werden. Die Finanzkrise hat das Land ziemlich kalt erwischt. Einige (zugegebermaßen größenwahnsinnige) Bauprojekte sind daher gestoppt worden. Dazu gehören z.B. auch die Inseln „The World“. Auch „Dubailand“ (das Pendant zu Disneyland) wird nicht weitergebaut. Das große Eingangsportal und eine Achterbahn gibt es schon, sie stehen einsam und verlassen in der Wüste. Dabei wird es vermutlich auch bleiben.

10. Landestypisch Die Emirate haben eins: Öl. Und auch das nicht mehr lange. Hier wird nichts anderes hergestellt. Das Land hat keinerlei Kompetenzen in den eigenen Reihen. Sie stellen nichts her. Die Einheimischen haben Geld. Punkt. Hotels werden von Europäern gemanaged, von Amerikanern und Japanern entworfen und von Indern gebaut. Lebensmittel kommen aus den USA, England und Deutschland. Die letzten 50 Jahre fanden im Zeitraffer statt. In spätestens 20 Jahren ist Schluss mit dem Öl. Mal sehen, was dann passiert.

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10 Gründe, nach Dubai zu reisen

1. Es ist warm Sehr warm. Angenehm warm. Sind es hierzulande mehr als 25°C, verkrieche ich mich in meiner kühlen Altbauwohnung, dort ist die Hitze toll. Die Luft ist durch die Lage am Golf sehr feucht. Die Haut dankt es einem, sie ist nach 2 Tagen weich wie ein Kinderpopo. Und wo kann man schon nachts im Pool schwimmen, ohne auch nur im Ansatz zu frieren?

2. Freundliche Menschen Wir haben in einer Woche Dubai nicht einen einzigen unfreundlichen Menschen getroffen. Ausnahmslos alle Menschen sind unglaublich nett und zuvorkommend, ohne dabei aufdringlich zu sein. Man klappt fragend seinen Stadtplan auf und wird gefragt, ob man Hilfe braucht. Das ist mir in Deutschland in meinem ganzen Leben noch nicht passiert.

3. Architektur Superlative hin oder her: Die Architektur ist einfach beeindruckend. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie scheiße hoch, dieser Burj Khalifa ist, obwohl ich höchstpersönlich mit meinen eigenen kurzen Beinen drauf gestanden habe. 828 Meter ist einfach nicht vorstellbar. Aus 95 Kilometer Entfernung kann man diesen Turm sehen.

4. Arabische Kultur Während unseres Aufenthaltes in Dubai hat ein US Spinner einen Film veröffentlicht, der einige Islamistenspinner dazu veranlasst hat, Botschaften anzuzünden. Aber ich kann euch sagen: Arabische Kultur und muslimisches Leben ist anders! Die Menschen gehen respektvoll miteinander um (ja, auch mit Frauen!), und tolerieren auch idiotische Touristinnen, die trotz aller Hinweise halbnackt (und wenn ich sage halbnackt, dann meine ich halbnackt!) durch die Stadt laufen. Ja, die Menschen sind sehr gläubig. Fünfmal täglich läuten die Moscheen zum Gebet, es gibt in jeder Mall „Prayer Rooms“, Alkohol ist bis auf ganz wenige Ausnahmen streng verboten (auch das Parfum ist alkoholfrei) und ihr werdet in dem ganzen Land kein Gramm Schweinefleisch finden. That’s it. Nicht mehr und nicht weniger.

5. Die Wüste Weniger als 50 Kilometer trennt die Stadt von der riesigen arabischen Wüste. Eine richtige Wüste. Mit Sanddünen aus so feinem Sand, dass man ihn kaum abgewaschen bekommt. Hier ist die Luft deutlich trockener und es ist fast unheimlich ruhig und dumpf. Die Einheimischen mögen die Wüste nicht (klar, ich würde mich auch irgendwann nach Wald und Wiese sehnen), aber es ist ein wirklich beeindruckendes Erlebnis.

6. Der Arabische Golf Er ist sehr warm und sehr salzig. Das Wasser ist wahnsinnig klar. Schwimmen ist fast anstrengend und tauchen fast unmöglich, weil man aufgrund des Salzgehaltes hochploppt wie ein Korken. Das Wasser ist toll und die Strände sind durch das Salz wirklich richtig weiß.

7. Die Altstadt Ja, es gibt eine Altstadt. Ich habe auch geschmunzelt, als ich darüber las, aber es gibt sie wirklich. Und sie ist toll. Das älteste Gebäude ist aus dem 18. Jahrhundert und beherbergt das kleine, niedliche Dubai Museum. Verglichen mit Europa hat dieses Land einige Jahrhunderte in der Entwicklung ausgelassen, bzw sie im Zeitraffer innerhalb 50 Jahren durchlebt. Die alten Windtürme und der Creek im Zentrum sind aber absolut sehenswert.

8. Die Märkte In der Altstadt von Dubai gibt es die traditionellen Märkte, die auch von vielen Einheimischen besucht werden. Gold, Gewürze und Textilien werden hier verkauft. Aber natürlich nicht einfach so: Reingehen, Preis erfragen, kaufen. Nein! Man wird zunächst angequatscht, geht dann mit in den Laden, bekommt 20 Minuten die Vorteile des Produktes erklärt, erfährt dann irgendwann einen vollkommen größenwahnsinnigen Preis, feilscht danach hin und her und einigt sich auf etwa 50% des Anfangspreises. Ja, es ist genauso wie Monty Python schon beschrieben hat („Zehn Schekel??? Für DIESE tolle Flasche???).

9. Der Geruch Es duftet. Überall. Nach Weihrauch, Sandelholz, Moschus und anderen feinen Gewürzen. Es riecht nie nach Schweiß, Abgasen oder Abwasser. Ich weiß nicht, wie sie das machen, aber die ganze Stadt riecht gut. Auch Metrostationen und öffentliche Toiletten.

10. Die kleinen Dinge Einige Erlebnisse und Kleinigkeiten werde ich wohl nie vergessen, so zum Beispiel die klimatisierten Bushaltestellen; die winzige Teebude etwas außerhalb, die für 1 Dirham (25 Cent) den wohl leckersten Tee ans Auto bringt; die mobilen Klimaanlagen (analog zu unseren Heizpilzen), die man sich bestellen kann; die Hitze, die einem beim Öffnen der Balkontür erst einmal kurz den Atem nimmt; das Gefühl im 8. Stock abends im Dunkeln schwimmend auf die Stadt zu schauen und das allgegenwärtige Gefühl, herzlich willkommen zu sein.

Solariumyoga

Ja, das Seniorenalter kündigt sich an. Habe ich doch früher immer fragend geschaut, wenn mir jemand von Nackenschmerzen, Verspannungen und Zipperlein im Kreuz erzählte (ich habe tatsächlich in meinem ganzen langen, laaangen Leben noch nie wirklich Rückenschmerzen gehabt), so hat es mich jetzt voll erwischt.

Jetzt sind Geschichten über irgendwelche Krankheiten ja nun wirklich vollkommen und unglaublich langweilig. Ebenso sämtliche Gespräche über ebendiese. Ich erzähle die meine trotzdem. Weil sie doch irgendwie ziemlich witzig ist. Wäre. Wenn sie nicht mir passiert wäre.

Gestern nachmittag hatte ich frei und wollte etwas die Sonne genießen. Leider war sie 3 Minuten, nachdem ich das Haus verlassen hatte einem westfälischen Waagerecht- Regensturm gewichen. Beleidigt entschied ich mich, wenigstens die Indoor Sonne mitzunehmen und suchte ein Solarium auf.

Wer den Prolog gelesen hat, weiß jetzt schon, wie die Geschichte weiter gehen wird. Genau: Nach 15 Minuten Sonnen kauerte ich erst im Vierfüßlerstand, danach in Yoga Position ,Hund“ vor dem Ergoline 500. Ich glaube, das nennt man wohl Hexenschuss. Horrorszenarien von türeintretenden Ärzten, die mich in oben beschriebener Stellung vorfinden und mich mit einem Rollbrett die Obernstraße entlang schieben, machten sich breit. Panikattacke und Blitzschläge im Lendenwirbelbereich wechselten sich ab. Jeder Versuch, sich irgendein Kleidungsstück zu greifen und anzulegen, wurde mit „ahhh“, „uahhh“ und „oohh“ lautmalerisch begleitet. 20 Minuten lang. Die Dame an der Theke wunderte sich bereits, wo ich denn wohl bliebe (und wahrscheinlich vermutete sie in mir auch die unbekannte Schwester von Monica Seles). Irgendwann schaffte ich es, mich wenigstens soweit aufzurichten, dass ich mich halbwegs bekleiden konnte. Ohne Socken und mit offenen Schuhen krabbelte ich in die Straßenbahn.

Wird schon weggehen, dachte ich. Bis ich mich heute morgen wie ein Fallschirmspringer (ein sehr uneleganter Fallschirmspringer) aus dem Bett rollte, und mir auf dem Weg zur Arbeit jedes Schlagloch Pipi in die Augen trieb.

Und nun sitze ich hier. Kissen im Rücken. Zwei Spritzen und ein Wärmepflaster ebenfalls im Rücken. Und eine Packung Tabletten vor mir, für die ich am Hauptbahnhof ’ne Menge Geld bekommen würde. Sie bleibt vielleicht auch unangetastet, habe nämlich soeben die Packungsbeilage gelesen.

Eingekauft habe ich vorhin auch. In Ballerinas. Dinge, die nichts wiegen (Tipp: Kartoffelchips und Toastbrot) und sich auf etwa 1,40m Höhe befinden.

Und wenn der Scheiß nicht so verflucht unangenehm weh täte, würde ich sehr drüber lachen. Aber Lachen tut auch weh. Schade…