Intoleranz

Im Großen und Ganzen würde ich mich als einen sehr toleranten Menschen bezeichnen. Wenn ihr nicht in meinem Beisein Coldplay hört, Campino oder Volker Kauder zitiert oder mir eine „Goldmann Sachs“ Visitenkarte überreicht, kann man mit mir eigentlich ganz gut auskommen.

Manchmal hat diese Toleranz schon einen Stich ins Gleichgültige. Viele Dinge sind mir einfach total juppe. Die meisten Vorkomnisse machen mein Leben weder heller noch dunkler, ergo: „isauejaljetz“.

Diese Eigenschaft hat sich auch mein Organismus zu Eigen gemacht: Ich bin nicht allergisch. Gegen nix und niemanden. Ich muss keine Packungsbeilagen nach Spuren von Nüssen oder Sellerie (igitt, Sellerie) studieren. Ich kann Milch direkt aus dem Euter trinken. Steinfrüchte verträgt mein Magen (abgesehen von den Steinen) 1A. Gluten finde ich töfte. Früher hatte ich zumindest noch eine waschechte Pollenallergie, aber auch von der ist inzwischen nichts mehr übrig. Ich kann sommers wie winters durch die Natur hüpfen, ohne mir Sorgen um tränende und juckende Körperöffnungen zu machen. Sämtliche Bienen- und Wespenstiche habe ich bisher unbeschadet überstanden. Ich weiß nicht, ob ich als Kind mehr Sand und Erde gegessen habe als andere Kinder. Unsere Müllbeutel waren zumindest nicht antibakteriell und Sagrotan kenne ich nur aus Arztpraxen und von Festivalbesuchen. Vielleicht habe ich mich mit den Bakterien angefreundet.

Die fehlenden Lebensmittelallergien verbunden mit der Tatsache, dass ich mehr oder weniger alles esse, machen mich zu einem recht pflegeleichten Restaurantaufsucher. Kurzum: Es ist total langweilig, mit mir essen zu gehen. Wie gerne würde ich mal ein Essen mit etwas mehr Entertainment bestellen: „Ich hätte gerne den Krokantbecher, aber ohne Haselnusseis, weil dagegen bin ich nämlich allergisch!“; „Haben Sie keine glutenfreie Pasta? Dann nehme ich den laktosefreien Pfirsich- Milchshake, aber bitte ohne Pfirsich, ich vertrage keine Steinfrüchte!“. Nicht so bei mir. Ich bestelle die 24 und gut is.

Okay, es gibt auch bei mir ein paar Besonderheiten: Neben meines Grünkohlhasses habe ich mir einige Unverträglichkeiten hart erarbeitet: Tequila zum Beispiel. Oder Jägermeister. Dazu kommt eine starke Abneigung gegen Prossecco und andere Perlgetränke. Ich würde aber nicht soweit gehen, es Schaumweinintoleranz (gibt es schon einen Funny van Dannen Song dieses Titels? Falls nicht, sollte er das nachholen) zu nennen. Obwohl es an Silvester für mich sicher leichter wäre, dem obligatorischen Glas zu entgehen, wenn es sich um eine anerkannte Krankheit handeln würde. Als toleranter Mensch hat man es wirklich nicht leicht!

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4 Kommentare zu “Intoleranz

  1. airsign sagt:

    Ich kann mit Sonnenallergie und einer leichten Laktoseintoleranz dienen und Knoblauch vertrage ich in Kombi mit Fleisch nicht so gut. Ich werde aber auch mit dem Alter immer intoleranter und nachtragender.

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  2. airsign sagt:

    P.S.: Die Tequilaunvertraglichkeit habe ich mir auch vor 20 Jahren hart erarbeitet.

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  3. graefinaenne sagt:

    Das ist ja schonmal was! Ich fühle mich immer so schrecklich 0815 😦

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  4. airsign sagt:

    Ehrlich gesagt habe ich immer das Gefühl außenstehend zu sein, weil ich als einzige kein citirizin (oder wie das heißt) nehmen muss und gegen Nüsse (wie alle anderen) bin ich auch nicht allergisch. Meine Mutter war aber auch schon 50 als sie Heuschnupfen bekam. Ich kann mich also noch zum ‚Normalo‘ entwickeln.

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