Käsestulle 2.0

Bevor ihr mich jetzt falsch versteht: Ich koche ganz gerne und ich behaupte auch, es halbwegs zu beherrschen. Meinen Dosenöffner habe ich Jahre nicht benutzt und ich brauche auch keine Maggitüte mit Oregano und Glutamat zur Herstellung einer Bolognese.

Trotzdem ist in letzter Zeit bei mir häufig Schmalhans Küchenmeister. Es gibt also vermehrt „eingemachte Kellertreppen“ oder „kalten Arsch mit Birnen“. Das pflegte meine Mutter früher häufig auf die Frage „was gibt’s zu Essen?“ zu erwidern. Hieß soviel wie „Schmier dir ’n Brot!“.

Es gibt also Brot. Ne ehrliche Klappstulle. Ein Butterbrot. Ne Fettbemme. Mit Käse. Manchmal auch mit Wurst (Oh Gott, Wurst!). Auf die Dauer wird das allerdings etwas fad, sodass ich dringend an meiner Dinner- Performance arbeiten musste.

Der erste Schritt war Pasta. Ich nenne Pasta allerdings immer noch „Nudeln“, „Pasta mit Ketchup“ klingt auch irgendwie komisch. Wie „Coq au vin mit Fritten“ oder „Ente à l‘ orange mit Stampfkartoffeln“. Klingt nicht.
Gut, auch Nudeln mit Ketchup sind jetzt langfristig nicht die kulinarische Erfüllung. Und dann brachte mich jemand genau zum richtigen Zeitpunkt auf folgende Idee:

Ich brauche einen Sandwichmaker.

Ja, genau das Ding, was früher jeder im Küchenschrank hatte. Das Ding, welches mein Studium begleitet hat. Weißbrot rein, Accessoires drauf, zusammendrücken, backen, fertig. Darauf folgen dann Mund und Gaumen verbrennen, an Überfressung Schmerzen erleiden, Gerät mit Hochdruckreiniger und Bunsenbrenner säubern und es wieder in den Küchenschrank stellen. Neben die Eismaschine, den Racelettegrill, den heißen Stein, den Smoothiemaker, das Waffeleisen, die Crêpepfanne und den Donut/Muffin/CakePop-Maker. Sofern die Popcornmaschine da nicht schon steht. Dann wird’s knapp. Dann müssen eventuell Eierkocher und Schokoladenfondue in den Keller deportiert werden. Die braucht man schließlich nur alle zwei Jahre, während die anderen Gegenstände einmal im Jahr benutzt werden.
Der ein oder andere mag die Ironie erkannt haben, die im Subtext mitschwingt: Kein Mensch braucht diesen ganzen Scheiß. Ein Waffeleisen, okay, das lasse ich durchgehen. An meinem ersten Eierkocher (von Mutti geschenkt) habe ich mir so dermaßen den Arm verbrannt, dass ich drei Wochen offene Stellen hatte. Smoothies sind sowieso für’n Arsch und wenn mir jemand was vom Thermomix erzählt, antworte ich „nein, danke, ich habe schon ein Messer. Und einen Topf.“
Lange habe ich mit der Anschaffung einer Küchenmaschine gerungen. Die steht da jetzt. Manchmal benutze ich sie auch. Damit meine Finger nicht noch kürzer werden, als sie sowieso schon sind, wenn ich Reibekuchen backe. Auch Pizzateig kann die ganz gut. Die ist okay, die darf bleiben. Ich schweife ab: Zurück zum Sandwichmaker. Den braucht man nämlich wirklich. Ich werde mir jetzt einen anschaffen. Und die kommenden Wochen werden folgendermaßen ablaufen:

Ich werde mir dieses Weißbrot anschaffen, welches man für 69 Cent für den laufenden Meter in jedem Discounter bekommt (keine Angst, es lässt sich prima auf 15 cm zusammendrücken und Platz sparend verstauen). Dazu gibt es dann natürlich diverse Beläge. Da ich ja ein kreativer Kopf bin, kaufe ich selbstverständlich nicht nur schnöden Käse und ne Packung Schinken, sondern diverse andere Kinkerlitzchen, die nach etwa 8 Tagen dann angebrochen und angeschimmelt im Kühlschrank liegen werden. Nach 7 Tagen Sandwichabendessen (kennt ihr Ozzy Osbournes Burrito diet? Dann wisst ihr, was ich euch sagen will) hängt nämlich irgendwann der Gaumen in Fetzen und lässt nur noch Flüssignahrung zu. (An dieser Stelle kommt dann übrigens der Smoothiemaker ins Spiel).
Das Gerät kommt dann wieder in den Küchenschrank. Neben das Waffeleisen. Einmal im Jahr kann man eine Sandwichwoche schon machen. Somit lohnt sich die Umlagerung in den Keller auch nicht.

Dabei fällt mir ein: Wenn noch jemand eine Eismaschine benötigt, möge er sich melden.

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