Katzenstöckchen

Der geschätzte Dirk, neuerdings Katzenbesitzer, eröffnete auf Twitter kürzlich aufgrund dieses Artikels im Stern eine Diskussion, die er anschließend verbloggte. Auf Grund meines Nichtbloggens wurde kurzerhand ein Stöckchen daraus, welches mich wieder zum Bloggen animieren sollte.

Nun denn. Dann wollen wir mal:

23 nervige Dinge, die jeder Katzenbesitzer kennt:

1. Zur Tür rennen, um den Pizzaboten zu empfangen – und sich auf dem Weg dahin fast das Genick brechen, weil die Katze genau zwischen die Beine läuft.
Zwei. Es sind zwei. Für jedes Bein einer. Wenn es klingelt hechten sie zur Tür. Auch wenn sie vorher im Koma gelegen haben. Wenn ich nach dem Weckerklingeln bloß auch so schnell fit wäre, wie diese zwei Fellnasen. Am größten sind die Reflexe, wenn der Katermaggen knurrt. Das ist etwa 22 Std am Tag der Fall.
Übereinstimmung: 100%

2. Von wegen Lego-Steine. Barfuß auf Katzenstreu treten – das nervt! Tut vielleicht nicht ganz so weh, dafür ist es aber auch in den Schuhen. Und in den Socken.
…und auf dem Teppich, in den Dielenfugen, in sämtlichen Taschen, auf diversen Möbeln… naja, also eigentlich überall. Ich habe das extra feinkörnige. Das staubt nicht. Und es lässt sich toll verteilen. Überall hin.
Übereinstimmung: 100%

3. Haare, Haare überall.

Eigentlich müssten sie nackt sein. Beide. Betrachtet man den Staubsaugerbeutel und die Haare auf Möbeln und Teppich, kann man sich schwer vorstellen, dass noch Haare dran sind. Es sind aber noch welche da. Am einen schwarze, an dem anderen schwarze und weiße. Das erschwert die katerfreundliche  Textilienauswahl. Eine Sorte Haare sieht man immer. Besonders nach der täglichen Prügelei unter Brüdern (das tägliche Kater Workout), könnte man aus den Fellrückständen einen dritten Kater klöppeln. Aber dafür ist die Wohnung etwas klein.
Übereinstimmung: 100% (x2= 200%)
Schwarze UND weiße Haare. Da haste keine Schangse, die Textilien passend abzustimmen.
4. Besuchern erklären, warum sie vor dem Verlassen der Wohnung besser den Fusselroller benutzen.
Öhm, nun ja. Also, ich besitze einen Fusselroller, benutze ihn jedoch eher selten. Dementsprechend biete ich ihn auch selten feil. Nicht aus Egoismus, sondern aus Schusseligkeit. Sollte ich vielleicht mal ändern.
Übereinstimmung: 0% (wäre 100%, wenn ich nicht so schluderig wäre)

5. Überhaupt hat man den Fusselrollenverschleiß eines ganzen Dorfes.
siehe Punkt 4. Hinzu kommt, dass ich größtenteils schwarz trage. Hier sind schon einmal 80% der Katzenhaare unsichtbar. Die anderen weißen lassen sich wunderbar abzupfen, während man uninteressante Gespräche mit langweiligen Menschen führt.
Übereinstimmung: 0%

6. Den damit einhergehenden, schleichenden und doch unvermeidlichen Verlust jeden Katzenhaarallergikers aus dem Freundeskreis.

Verlust ist vielleicht etwas pathetisch. Sie besuchen mich nicht mehr. Zwei Personen aus meinem Freundeskreis sind tatsächlich so allergisch, dass sie es in meiner kontaminierten Bleibe keine 5 Minuten aushalten. Weitere zwei Personen sitzen röchelnd und schnaufend und leiden still vor sich hin. Eine Freundin niest schon, wenn sie meinem Pullover zu nahe kommt. (siehe Punkt 5).
Übereinstimmung 80%

7. Besuchern außerdem erklären müssen, warum sie in DER Sofaecke jetzt leider nicht sitzen können. Die Katze könnte schließlich jederzeit Anspruch auf ihren Lieblingsplatz erheben und sehr ungehalten werden.

Die Kater haben keine ausgewählten Lieblingsplätze, bzw. ändern diese sich ständig. Grundsätzlich ist erst einmal ALLES Katerplatz. Insbesondere der Platz, auf dem gerade jemand anders sitzt. Der Besucher merkt das schnell. Aufs Klo gehen darf man hier nicht, dann ist der Platz eben weg. Ätsch. Ich halte mich aus diesen Streitereien aber raus. Das soll der Besuch selber mit dem Viehzeug klären.
Übereinstimmung 80%

8. Keine plausible Erklärung für das finden, was die Katze mit den Schuhen macht und sich ein bisschen dafür schämen.

Ich sage nur Hinterpfotenkloppe.
Übereinstimmung 100%

9. Morgens schon vor dem Weckerklingeln geweckt werden. Gern mit einem beherzten Sprung auf den Bauch, mit Tatzenschlägen ins Gesicht oder schmerzhaftem Gelecke der rauen Katzenzunge an derselben Stelle.

„Geweckt“ ist jetzt übertrieben. Das liegt aber nicht an den Bemühungen der Kater, sondern an mir. Ich schrob kürzlich darüber. Selbst wenn die Kater Schlagzeug spielen würden, wäre ich vermutlich nicht vorm Weckerklingeln wach. Der katersche Maßnahmenkatalog ist aber wie oben beschrieben. Begleitet von dem lautesten Schnurren, was aus dem kleinen Resonanzkörper kommen kann, wird auf dem Rippenbogen Polka getanzt. Solange, bis ich wach bin. Dann legen sich die beiden schlafen. Je-des-mal.
Übereinstimmung: 100%

10. Tütenweise ausgefallenes, ungenutztes Katzenspielzeug im Schrank. Es wird lieber leidenschaftlich Papier zerfetzt und in der Wohnung verteilt.
Kabelbinder, Colaflaschenstripsen, Haargummis, Brot-Zumach- Clips, Feuerzeuge. Eignet sich alles zum Fußballtraining. 4 Tage habe ich mal meine Brille gesucht, weil einer der beiden damit rumgekegelt hatte.
Übereinstimmung 100%

11. Ähnlich verhält es sich mit der Kratzbaumlandschaft – warum die nehmen, wenn sich das Ledersofa doch sooo viel besser anfühlt unter den Krallen?

Naja, es ist nicht so, dass der Kratzbaum nicht benutzt wird. Die zwei haben nur Schwierigkeiten, die anderen Möbel davon zu unterscheiden. Beziehungsweise haben sie keine Lust zu differenzieren.
Übereinstimmung 100%

12. Durch trommelfellzerfetzendes Miauen geweckt werden, von einem Wohnungsbrand ausgehen – und dann ist nur der Futternapf nicht voll genug.
„Nicht voll genug“ gibt es hier nicht. Hier gibt es nur voll (zweimal täglich für etwa 20 Sekunden) und leer. Die restlichen 23 Std, 59 Minuten und 40 Sekunden sind die Näpfe leer. Und die zwei geben Laute von sich, die auf eine wochenlange Fastenzeit hinweisen.
Übereinstimmung 100%

13. Zimmerpflanzen ganz nach oben stellen müssen, weil sie ausnahmslos für Katzengras gehalten und angefressen werden.

Ich lebe jetzt nicht gerade in einem Gewächshaus. Ich habe einige Pflanzen, die scheinbar nicht so delikat schmecken. Basilikum, Schnittlauch und Petersilie hingegen muss ich mir immer teilen.
Übereinstimmung 50%

14. Sein Notebook nicht benutzen können, weil die Katze gerade darauf schläft.

Kinski schläft auf allem was warm ist. Er würde wohl auch auf der heißen Herdplatte schlafen, wenn ich sie ihm hin und wieder mal anstellen würde. Daher schläft er auch auf meinem Notebook, wenn es eingeschaltet ist. Zwischendurch aufs Klo gehen, ist nicht zu empfehlen. Dann liegt er auf der Tastatur und schreibt mit seinem Bauch emails an die NSA.
Übereinstimmung 100%
Dies ist der Grund, warum ich manchmal so seltsame Sachen twitter.
15. Streichel mich. Streichel mich. Streichel mich. BEISS! Ja, hier ist schön. Hier ist seeehr schön. Wunderbar. KRATZ!
Übereinstimmung Kinski: 0%
Übereinstimmung Kafka: 100%

16. Das Haarbällchen-Hochwürg-Geräusch, das selbst im Tiefschlaf Alarmbereitschaft auslöst.
Speiseröhrenförmige Würste im Flur und man freut sich, dass sie aus festen Haaren bestehen. Zuvor das wellenförmige urgsen und röhren. Hach, wenn sie einen morgens anlächeln, ist das alles vergessen.
Übereinstimmung: 100%

17. Ignoriert werden.
Ja. Eigentlich werde ich permanent ignoriert. Wenn ich nicht angestarrt werde. Das hält sich die Waage, daher
Übereinstimmung 50%

18. Sich beim Sex beobachtet fühlen. Weil man beobachtet wird.
siehe Punkt 17. Die machen da keinen Unterschied. Entweder man wird ignoriert, oder angestarrt. Dabei sind die Tätigkeiten, die man ausführt egal. Fußnägel schneiden, Rilke lesen, Sex haben; das ist den beiden egal.
Übereinstimmung 50%

19. Hinterhältige, nasenschleimhautperforierende Pupse. Das etwas, was so niedlich aussieht, derart stinken kann.
Sie pupsen nicht. Aber sie setzen Kot ab. Und der lässt einem schon die Tränen in die Augen treiben. Kleine biologische Waffen. Ganz rücksichtsvoll platziert, während man gerade das Abendessen vor sich stehen hat.
Übereinstimmung 50% (wegen des Nicht- Pupsens)
20. Sich für den Körperumfang des Stubentigers mit „Das ist bloß Winterfell“ oder „Er ist eben kastriert“ rechtfertigen.
Bei Kafka, ja. Kinski ist rank und schlank und hat einen gesunden BMI.
Übereinstimmung 50%

21. Keinen Karton stehen lassen können, ohne das die Katze ihn sofort in Besitz nimmt. Und anschließend in seine Einzelteile zerlegt.
Karton, Tüte, Kiste, Koffer, Tasche, Rucksack, Wäschetonne. Jedes Behältnis. Ich trug einst Kafka in der Wäschetasche bis in den Keller vor die Maschine. Jeden Tag rechne ich damit, dass einer von beiden mal mit ins Büro fährt. In einer Tupperdose.
Übereinstimmung 100%
Ich sollte einen Dawanda Shop mit Katzenkartons eröffnen und reich werden.
22. Wenn man die Katze finden will, legt man einfach frisch gewaschene und gebügelte Klamotten aufs Bett.
Ich suche die beiden selten. Weil sie mich meistens anstarren, oder irgendwo im Weg rumliegen- oder laufen. Das Wäsche- Ding stimmt natürlich trotzdem. Allerdings ist es fast egal, ob sie sauber oder dreckig ist. Die zwei haben gerne mehrere Schichten unter sich. Zur Not die Fernsehzeitung. Da kann man sich dann auch mal auf ein DINA4 Blatt kleinmachen, obwohl man ja sonst exakt so lang wie das Sofa ist.

23. Und schließlich das geheime Wissen: Die Menschheit bräuchte aufgrund der schier unendlichen Biomasse-Produktion keine Atomkraft mehr, wenn es gelänge, Energie aus Katzenhaaren zu gewinnen
Wenn ich irgendwann mal keine Arbeit mehr habe, kaufe ich mir ein Spinnrad und stelle Katzengarn her. Daraus gibt es dann schicke Pullover oder Rheumadecken. Meine Oma sagte damals zu unserer flauschigen Kartäuser Katze (nachdem diese auf ihren katen Füßen gelegen hatte) „aus dir könnte man sich n schönen Muff machen“. Keine schlechte Idee.

Wer das Stöckchen findet, darf es behalten!

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20 Dinge über mich

Wahrscheinlich bin ich die Letzte, die dieses Stöckchen verwurstet, aber besser spät als nie. Hier also 20 atemberaubende, total skandalöse, geheime und spektakuläre Dinge über mich:

1. Ich bin klein. In meinem Personalausweis steht, dass ich 1,65m bin. Das ist aber eine Lüge, in Wirklichkeit bin ich nur 1,63m. Ich hatte noch nie das Bedürfnis, größer sein zu wollen. Außer vielleicht beim Hosenkauf. Oder wenn ich eine Leiter brauche, um die tiefen Teller aus dem Schrank zu holen. Ansonsten ist das ganz okay so. Entsprechend zum Zwergenwuchs trage ich Schuhgröße 37. Gemeine Menschen aus meinem Umfeld nennen meine Füße auch liebevoll „Hufe“. Auch das ist okay. Bei mir sehen Ballerinas wenigstens nicht scheiße aus.

2. Ich bin die schlechteste Vegetarierin der Welt. 10 Jahre war ich Vegetarierin. Dann kam die Mensa und ich musste täglich frittierte Vierecke essen. Nun esse ich wieder Fleisch. Und zwar so ziemlich alles an Fleisch. Inklusive Leber und Wurstebrei. Aus moralischen Gründen sollte ich das eigentlich lassen. Vielleicht probiere ich mal Dominics Werktags- Vegetarismus aus.

3. Ich fahre 200m mit dem Fahrrad. Ich bin in der Nähe von Münster aufgewachsen. Da geht man nicht zu Fuß. Nie. Nirgendwohin. Zitat eines Bekannten in einer Diskussion über ein Kind, das mit einem Jahr noch nicht laufen konnte: „Wichtig ist, dass er mit 18 besoffen Fahrradfahren kann.“ Word.

4. Ich mag keinen Grünkohl. Wirklich nicht. Auch nicht den, den deine Mutter, Oma, Tante, Schwipp- Cousine zubereitet. Egal, ob mit Wurst, als Eintopf oder sonstwie. Alleine der Geruch treibt mir die Tränen in die Augen.

5. Ich hatte noch nie Magen- Darm- Grippe. Ich habe schon Nächte mit kotzenden und sich in Krämpfen windenden Menschen verbracht und bis bisher immer verschont geblieben. Aus mir kann man vielleicht einen Impfstoff entwickeln.

6. Ich konnte schon lesen, bevor ich in die Schule kam. Ja, ich war ein sehr begabtes Kind. Bis zur 7. Klasse. Dann kam Chemie. Und Französisch. Und in Mathe wurde plötzlich mit Buchstaben gerechnet. Hab ich bis heute nicht verstanden.

7. Ich mag keine alkoholischen Mischgetränke mit Cola. Ich mag Cola. Und ich mag Schnaps (außer Tequila, Jägermeister und Ramazotti). Aber nicht in einem Glas. Dies ist auf ein Bacardi- Cola- Incident zurückzuführen, der mir mit zarten 16 passierte.

8. Ich habe fast alle Tatort- Folgen gesehen. Seit ich denken kann, schaue ich Sonntags Tatort. Polizeiruf kommt mir nicht ins Haus. Ab 20:15 Uhr braucht ihr mich also nicht anrufen.

9. Ich bin in Gelsenkirchen geboren. Ja, jeder hat eben eine Leiche im Keller. Ich wurde in Herne- West geboren. Keine Pointe.

10. Ich habe überhaupt keinen Orientierungssinn. Wenn ich mich in meiner Wohnung dreimal im Kreis drehe, habe ich Schwierigkeiten, das Klo wiederzufinden. Immerhin kann ich ganz gut Karten lesen. Das rettet mich oft. Ich kann mir nämlich auch keine Wege merken. Erst nach dem etwa 15. Mal denke ich manchmal: „Das kommt mir hier irgendwie bekannt vor“

11. Wenn ich im Auto lange hinten sitze, muss ich kotzen. War als Kind schon so. Ist heute noch so. Blöd.

12. Ich besitze kein Auto. Nervige Parkplatzsuche, ein benzinfressendes Monster und ein TÜV Termin führten zu der Überlegung: „Probiers mal ohne.“ Das war vor 4 Jahren. Ich kenne bald alle Zugstrecken und kann demnächst die Ansagen am Bahnhof übernehmen.

13. Ich bin großer Freund des deutschen Films. Der deutsche Film ist besser als sein Ruf. Und ich ziehe jeden Fatih Akin Film einer romantischen Komödie mit Sandra Bullock vor.

14. Ich kann Häkeln und Nähen. Als Ausgleich kann ich aber auch gut Skatspielen und Biertrinken.

15. Die meisten meiner Freunde kenne ich schon über 20 Jahre. Das ist ziemlich toll. ❤

16. Zum Einschlafen höre ich Hörspiele. Am liebsten ALF, allerdings hält mich mein eigenes Lachen oft vom Schlafen ab.

17. Ich mag Rosenkohl. Ich verrücktes Huhn!

18. Ich kann ganz gut singen. Besonders gut (laut Singstar) „Die kleine Kneipe“ und „Never ending story“

19.Ich hätte gerne einen Garten. Und zwar einen Gemüsegarten.

20. Ich würde gerne mal ein Buch schreiben. Allerdings weiß ich nicht worüber.