Mozart privat: 6 Tage Salzburg

Wir fuhren nach Salzburg. Spontan. Weil wir die Reise für jemanden antraten, der nicht konnte. „Kommste mit?“ wurde ich gefragt und ich antwortete „Joo. Warum nicht?“. Zum Glück. Denn:

Salzburg ist eine ganz wunderbare, niedliche, sympathische , vielfältige, entspannte Stadt. Man kann seine Tage dort auf so unterschiedliche Art und Weise verbringen, wie man es wohl in wenigen Städten tun kann. Wenn man will, kann man 6 Tage auf Berge steigen (und wieder hinab), man kann eine Woche lang zwischen Museen und Konzerthäusern hin- und herlaufen. Man kann wahrscheinlich sogar eine ganze Woche im Naturkundemuseum verbringen, und hat immer noch nicht alles gesehen. Man kann auch 6 Tage lang an der Salzach sitzen und Bier trinken.

Haben wir alles gemacht. Kombiniert.

Der große Vorteil Salzburgs ist (abgesehen von der Salzach, die mitten durch die Stadt fließt, als Bielefelder findet man ja jedes Rinnsal super, da ist die Salzach schon High End), dass man so gut wie alles auf Schusters Rappen erreichen kann. Es ist nämlich alles schon klein. Schön nah beieinander. Da wir beide einen sehr schlechten Orientierungssinn haben, kam es uns an der ein oder anderen Stelle größer vor, aber das ist eine andere Geschichte.

Um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen, hier also in „Stichis“ meine ganz persönliche Top Ten aus Salzburg:

1_Burgen, Schlösser und Parks
In Salzburg ist die Monarchie noch allgegenwärtig. Prunkvolle Bauten, barocke Gärten und beeindruckende Sakralbauten reihen sich aneinander. Am Domplatz stehen Kutscher. Und die haben nicht einmal adidas Sneaker an, sondern sind traditionell gekleidet. Es ist eine kleine Zeitreise.
Dom, Festung und Schloss Mirabell (bzw. die Gärten am Schloss) sind Pflicht!

2_Mozart
Ich konnte mit der Musik Mozarts nie etwas anfangen. Zu viele Noten. Zu viel Gefiedel. Zu viel Tüdeldü. Das hat sich mit meinem Besuch in Salzburg auch nicht geändert. Aber ich weiß jetzt, wie hochbegabt er gewesen sein muss. Er hat in einem Alter Opern komponiert, als ich noch auf Bäume geklettert bin und „Spaß am Dienstag“ geguckt habe. Naja, jeder muss halt was können. Und er hatte ja auch nicht viel Zeit zum Komponieren, weil er (wie wir ja alle wissen) als Mittdreißiger an „hitzigem Frieselfieber“ starb (ich glaube, das ist der höfische Terminus für ’ne anständige Syphilis, bin aber nicht ganz sicher).
Man kommt an Mozart nicht vorbei, wenn man in Salzburg ist. Er ist allgegenwärtig. Und auch, wenn man die Musik nicht mag, sollte man sich sein Geburtshaus ansehen. Und Mozartkugeln essen. Aber das muss ich nicht extra erwähnen.

3_Apropos Essen
Ich mag nicht nur Mozart nicht, ich mag auch nicht gerne Mehlspeisen. Daher müssen meine kulinarischen Tipps Kaiserschmarrn und Salzburger Nockerln umschiffen. Das müsst ihr bitte selber testen. Ich kann euch nur empfehlen, Käs’spätzle und Schnitzel zu essen. Und was mit Marille. Marille geht immer. Und Bosna. Und diverse Dinge aus Fleisch auf Brötchen. Das können die Österreicher nämlich ziemlich gut. Und Sülze können sie auch. Hab ich mir sagen lassen.

4_Berge
Berge sind immer dann ganz gut, wenn man drauf steht. Sonst wirken sie auf mich ganz schön bedrückend. Ich sehe ganz gerne einen Horizont. Nun liegt Salzburg dummerweise zwischen zwei Bergen, beziehungsweise in einem der beiden sogar drin. Wenn man das weiß, ist das sehr charmant.
Man sollte auf jeden Fall mit der Festungsbahn den Mönchsberg hochfahren. Und dann runter gucken. Am besten von der Stadtalm aus. Das ist ein Erlebnis. Ebenso wie ein Besuch der Festung (unbedingt mit Führung machen!).

5_Märkte
Einheimische trifft man auf Märkten. Deshalb finde ich Märkte gut, um die Kultur eines Landes oder einer Stadt kennen zu lernen. Essen ist schließlich Kultur. Und Salzburg hat eine noch ziemlich ursprüngliche. Gerne hätte ich das schon sehr greise Ehepaar auf dem Schrannenmarkt am Schloss Mirabell fotografiert, welches selbst gebrannten „Zirbenschnaps“ in kleinen, mit Edding beschrifteten Flaschen feil bot. Hab mich aber nicht getraut. Statt dessen haben wir uns lieber ein paar regionale Würstchen schmecken lassen.

6_Schloss Hellbrunn und Zoo
Zoos sind immer gut. Da muss ich nicht viel zu schreiben. Und praktisch ist, dass der Zoo zwar etwas außerhalb, dafür aber direkt neben dem Schloss Hellbrunn liegt. Das kann man wunderbar verbinden und zu einem Tag zusammen fassen. Hellbrunn ist quasi die Neverland Ranch des 17. Jahrhunderts. Unbedingt hin! Am besten, bei schönem Wetter. Und Kleidungsstücke vermeiden, die bei Nässe transparent werden.

7_Bräustüberl
Wer noch nie eine Brauerei besichtigt hat, dem sei die Stiegl Brauwelt ans Herz gelegt. Bestandteil der Salzburg Card (die ich jedem empfehlen würde!) und wirklich anschaulich gemacht und mit viel Enthusiasmus erklärt. Und mit Bier macht man ja per se nicht viel falsch. Das kann man in Salzburg auch gut und reichlich trinken. Zum Beispiel im Augustiner Bräustüberl. Oder auch überall anders.

8_den lieben Gott ’n guten Mann sein lassen
Durch die Gassen spazieren. An der Salzach sitzen. Mit einem Boot über die Salzach fahren. Schlendern. Ein Helles trinken. Auf der Dachterrasse des „Hotel Stein“ über die Stadt gucken und sich einen Sonnenbrand im April holen. Durch die Mirabellgärten schlendern. Und dann auch mal wieder ein Helles trinken. Zum Beispiel an der Salzach.

9_Museen, die überhaupt gar nix mit Salzburg zu tun haben, aber trotzdem ganz zauberhaft und großartig sind.
Wie zum Beispiel das Haus der Natur am Fuße des Mönchsbergs. Unbedingt genug Zeit einplanen. Es gibt viel zu sehen. Und es ist auch alles gut. Wir mussten leider ein Stockwerk auslassen, weil wir uns zeitlich vertüddelt hatten. Im hauseigenen Zoo. Oder im Aquarium. Oder bei den Dinosauriern.Oder bei der Mondlandung. Ich weiß es nicht mehr genau.

Nicht weniger großartig ist das Spielzeugmuseum. Sehr schön für Kinder. Und für uns infantile Mädchen. (Vielleicht hatte Punkt 7 und 8 auch Einfluss auf unsere Begeisterung). Nein, im Ernst. Das Spielzeugmuseum ist wirklich ein Tipp. Interaktiv, informativ und ganz ganz bezaubernd gemacht. Von ausgestellten historischen Spielzeugen (inklusive der detailliertesten Puppenhäuser, die ich je gesehen habe), über selbst zu tätigende Schattenspiele, bis hin zu einer großen Ausstellung zum Thema „Holz“ ist alles dabei.

Eigentlich waren wir nur im Weihnachtsmuseum, weil wir gerade in der Nähe waren. Und wahrscheinlich musste eine von uns Pipi. Und es war ebenfalls Bestandteil der Salzburg Card. Also rein da. Mit Sonnenbrand. Es handelt sich um ein kleines Museum, in dem man sich trotzdem lange aufhalten kann, wenn man möchte. Denn es handelt sich um eine ziemlich einzigartige Sammlung. Christbaumschmuck zur Kaiserzeit und Weihnachtsbäume als Feldpost für die Soldaten an der Front sieht man nicht alle Tage.

10_Souvenirs
Mozartkugeln gibt es ja inzwischen an jeder Ecke, damit lockt man keinen mehr. Natürlich kann man irgendwas kaufen, wo Mozart draufgeklöppelt ist. Es gibt genug.
Darüber hinaus gibt es aber zum Beispiel einen Zotter Schokoladenladen, der alles hat was das Herz begehrt. Mitbringen kann man zudem diverse Spezialitäten vom Schrannenmarkt, Mirabellenkonfitüre, Obstler, irgendwas mit Zirben und natürlich Bier. Unsere Rucksäcke klimperten auf jeden Fall beachtlich, als wir nach 6 wunderbaren Tagen unseren Zug bestiegen, der uns wieder zurück bringen sollte.

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Katzenstöckchen

Der geschätzte Dirk, neuerdings Katzenbesitzer, eröffnete auf Twitter kürzlich aufgrund dieses Artikels im Stern eine Diskussion, die er anschließend verbloggte. Auf Grund meines Nichtbloggens wurde kurzerhand ein Stöckchen daraus, welches mich wieder zum Bloggen animieren sollte.

Nun denn. Dann wollen wir mal:

23 nervige Dinge, die jeder Katzenbesitzer kennt:

1. Zur Tür rennen, um den Pizzaboten zu empfangen – und sich auf dem Weg dahin fast das Genick brechen, weil die Katze genau zwischen die Beine läuft.
Zwei. Es sind zwei. Für jedes Bein einer. Wenn es klingelt hechten sie zur Tür. Auch wenn sie vorher im Koma gelegen haben. Wenn ich nach dem Weckerklingeln bloß auch so schnell fit wäre, wie diese zwei Fellnasen. Am größten sind die Reflexe, wenn der Katermaggen knurrt. Das ist etwa 22 Std am Tag der Fall.
Übereinstimmung: 100%

2. Von wegen Lego-Steine. Barfuß auf Katzenstreu treten – das nervt! Tut vielleicht nicht ganz so weh, dafür ist es aber auch in den Schuhen. Und in den Socken.
…und auf dem Teppich, in den Dielenfugen, in sämtlichen Taschen, auf diversen Möbeln… naja, also eigentlich überall. Ich habe das extra feinkörnige. Das staubt nicht. Und es lässt sich toll verteilen. Überall hin.
Übereinstimmung: 100%

3. Haare, Haare überall.

Eigentlich müssten sie nackt sein. Beide. Betrachtet man den Staubsaugerbeutel und die Haare auf Möbeln und Teppich, kann man sich schwer vorstellen, dass noch Haare dran sind. Es sind aber noch welche da. Am einen schwarze, an dem anderen schwarze und weiße. Das erschwert die katerfreundliche  Textilienauswahl. Eine Sorte Haare sieht man immer. Besonders nach der täglichen Prügelei unter Brüdern (das tägliche Kater Workout), könnte man aus den Fellrückständen einen dritten Kater klöppeln. Aber dafür ist die Wohnung etwas klein.
Übereinstimmung: 100% (x2= 200%)
Schwarze UND weiße Haare. Da haste keine Schangse, die Textilien passend abzustimmen.
4. Besuchern erklären, warum sie vor dem Verlassen der Wohnung besser den Fusselroller benutzen.
Öhm, nun ja. Also, ich besitze einen Fusselroller, benutze ihn jedoch eher selten. Dementsprechend biete ich ihn auch selten feil. Nicht aus Egoismus, sondern aus Schusseligkeit. Sollte ich vielleicht mal ändern.
Übereinstimmung: 0% (wäre 100%, wenn ich nicht so schluderig wäre)

5. Überhaupt hat man den Fusselrollenverschleiß eines ganzen Dorfes.
siehe Punkt 4. Hinzu kommt, dass ich größtenteils schwarz trage. Hier sind schon einmal 80% der Katzenhaare unsichtbar. Die anderen weißen lassen sich wunderbar abzupfen, während man uninteressante Gespräche mit langweiligen Menschen führt.
Übereinstimmung: 0%

6. Den damit einhergehenden, schleichenden und doch unvermeidlichen Verlust jeden Katzenhaarallergikers aus dem Freundeskreis.

Verlust ist vielleicht etwas pathetisch. Sie besuchen mich nicht mehr. Zwei Personen aus meinem Freundeskreis sind tatsächlich so allergisch, dass sie es in meiner kontaminierten Bleibe keine 5 Minuten aushalten. Weitere zwei Personen sitzen röchelnd und schnaufend und leiden still vor sich hin. Eine Freundin niest schon, wenn sie meinem Pullover zu nahe kommt. (siehe Punkt 5).
Übereinstimmung 80%

7. Besuchern außerdem erklären müssen, warum sie in DER Sofaecke jetzt leider nicht sitzen können. Die Katze könnte schließlich jederzeit Anspruch auf ihren Lieblingsplatz erheben und sehr ungehalten werden.

Die Kater haben keine ausgewählten Lieblingsplätze, bzw. ändern diese sich ständig. Grundsätzlich ist erst einmal ALLES Katerplatz. Insbesondere der Platz, auf dem gerade jemand anders sitzt. Der Besucher merkt das schnell. Aufs Klo gehen darf man hier nicht, dann ist der Platz eben weg. Ätsch. Ich halte mich aus diesen Streitereien aber raus. Das soll der Besuch selber mit dem Viehzeug klären.
Übereinstimmung 80%

8. Keine plausible Erklärung für das finden, was die Katze mit den Schuhen macht und sich ein bisschen dafür schämen.

Ich sage nur Hinterpfotenkloppe.
Übereinstimmung 100%

9. Morgens schon vor dem Weckerklingeln geweckt werden. Gern mit einem beherzten Sprung auf den Bauch, mit Tatzenschlägen ins Gesicht oder schmerzhaftem Gelecke der rauen Katzenzunge an derselben Stelle.

„Geweckt“ ist jetzt übertrieben. Das liegt aber nicht an den Bemühungen der Kater, sondern an mir. Ich schrob kürzlich darüber. Selbst wenn die Kater Schlagzeug spielen würden, wäre ich vermutlich nicht vorm Weckerklingeln wach. Der katersche Maßnahmenkatalog ist aber wie oben beschrieben. Begleitet von dem lautesten Schnurren, was aus dem kleinen Resonanzkörper kommen kann, wird auf dem Rippenbogen Polka getanzt. Solange, bis ich wach bin. Dann legen sich die beiden schlafen. Je-des-mal.
Übereinstimmung: 100%

10. Tütenweise ausgefallenes, ungenutztes Katzenspielzeug im Schrank. Es wird lieber leidenschaftlich Papier zerfetzt und in der Wohnung verteilt.
Kabelbinder, Colaflaschenstripsen, Haargummis, Brot-Zumach- Clips, Feuerzeuge. Eignet sich alles zum Fußballtraining. 4 Tage habe ich mal meine Brille gesucht, weil einer der beiden damit rumgekegelt hatte.
Übereinstimmung 100%

11. Ähnlich verhält es sich mit der Kratzbaumlandschaft – warum die nehmen, wenn sich das Ledersofa doch sooo viel besser anfühlt unter den Krallen?

Naja, es ist nicht so, dass der Kratzbaum nicht benutzt wird. Die zwei haben nur Schwierigkeiten, die anderen Möbel davon zu unterscheiden. Beziehungsweise haben sie keine Lust zu differenzieren.
Übereinstimmung 100%

12. Durch trommelfellzerfetzendes Miauen geweckt werden, von einem Wohnungsbrand ausgehen – und dann ist nur der Futternapf nicht voll genug.
„Nicht voll genug“ gibt es hier nicht. Hier gibt es nur voll (zweimal täglich für etwa 20 Sekunden) und leer. Die restlichen 23 Std, 59 Minuten und 40 Sekunden sind die Näpfe leer. Und die zwei geben Laute von sich, die auf eine wochenlange Fastenzeit hinweisen.
Übereinstimmung 100%

13. Zimmerpflanzen ganz nach oben stellen müssen, weil sie ausnahmslos für Katzengras gehalten und angefressen werden.

Ich lebe jetzt nicht gerade in einem Gewächshaus. Ich habe einige Pflanzen, die scheinbar nicht so delikat schmecken. Basilikum, Schnittlauch und Petersilie hingegen muss ich mir immer teilen.
Übereinstimmung 50%

14. Sein Notebook nicht benutzen können, weil die Katze gerade darauf schläft.

Kinski schläft auf allem was warm ist. Er würde wohl auch auf der heißen Herdplatte schlafen, wenn ich sie ihm hin und wieder mal anstellen würde. Daher schläft er auch auf meinem Notebook, wenn es eingeschaltet ist. Zwischendurch aufs Klo gehen, ist nicht zu empfehlen. Dann liegt er auf der Tastatur und schreibt mit seinem Bauch emails an die NSA.
Übereinstimmung 100%
Dies ist der Grund, warum ich manchmal so seltsame Sachen twitter.
15. Streichel mich. Streichel mich. Streichel mich. BEISS! Ja, hier ist schön. Hier ist seeehr schön. Wunderbar. KRATZ!
Übereinstimmung Kinski: 0%
Übereinstimmung Kafka: 100%

16. Das Haarbällchen-Hochwürg-Geräusch, das selbst im Tiefschlaf Alarmbereitschaft auslöst.
Speiseröhrenförmige Würste im Flur und man freut sich, dass sie aus festen Haaren bestehen. Zuvor das wellenförmige urgsen und röhren. Hach, wenn sie einen morgens anlächeln, ist das alles vergessen.
Übereinstimmung: 100%

17. Ignoriert werden.
Ja. Eigentlich werde ich permanent ignoriert. Wenn ich nicht angestarrt werde. Das hält sich die Waage, daher
Übereinstimmung 50%

18. Sich beim Sex beobachtet fühlen. Weil man beobachtet wird.
siehe Punkt 17. Die machen da keinen Unterschied. Entweder man wird ignoriert, oder angestarrt. Dabei sind die Tätigkeiten, die man ausführt egal. Fußnägel schneiden, Rilke lesen, Sex haben; das ist den beiden egal.
Übereinstimmung 50%

19. Hinterhältige, nasenschleimhautperforierende Pupse. Das etwas, was so niedlich aussieht, derart stinken kann.
Sie pupsen nicht. Aber sie setzen Kot ab. Und der lässt einem schon die Tränen in die Augen treiben. Kleine biologische Waffen. Ganz rücksichtsvoll platziert, während man gerade das Abendessen vor sich stehen hat.
Übereinstimmung 50% (wegen des Nicht- Pupsens)
20. Sich für den Körperumfang des Stubentigers mit „Das ist bloß Winterfell“ oder „Er ist eben kastriert“ rechtfertigen.
Bei Kafka, ja. Kinski ist rank und schlank und hat einen gesunden BMI.
Übereinstimmung 50%

21. Keinen Karton stehen lassen können, ohne das die Katze ihn sofort in Besitz nimmt. Und anschließend in seine Einzelteile zerlegt.
Karton, Tüte, Kiste, Koffer, Tasche, Rucksack, Wäschetonne. Jedes Behältnis. Ich trug einst Kafka in der Wäschetasche bis in den Keller vor die Maschine. Jeden Tag rechne ich damit, dass einer von beiden mal mit ins Büro fährt. In einer Tupperdose.
Übereinstimmung 100%
Ich sollte einen Dawanda Shop mit Katzenkartons eröffnen und reich werden.
22. Wenn man die Katze finden will, legt man einfach frisch gewaschene und gebügelte Klamotten aufs Bett.
Ich suche die beiden selten. Weil sie mich meistens anstarren, oder irgendwo im Weg rumliegen- oder laufen. Das Wäsche- Ding stimmt natürlich trotzdem. Allerdings ist es fast egal, ob sie sauber oder dreckig ist. Die zwei haben gerne mehrere Schichten unter sich. Zur Not die Fernsehzeitung. Da kann man sich dann auch mal auf ein DINA4 Blatt kleinmachen, obwohl man ja sonst exakt so lang wie das Sofa ist.

23. Und schließlich das geheime Wissen: Die Menschheit bräuchte aufgrund der schier unendlichen Biomasse-Produktion keine Atomkraft mehr, wenn es gelänge, Energie aus Katzenhaaren zu gewinnen
Wenn ich irgendwann mal keine Arbeit mehr habe, kaufe ich mir ein Spinnrad und stelle Katzengarn her. Daraus gibt es dann schicke Pullover oder Rheumadecken. Meine Oma sagte damals zu unserer flauschigen Kartäuser Katze (nachdem diese auf ihren katen Füßen gelegen hatte) „aus dir könnte man sich n schönen Muff machen“. Keine schlechte Idee.

Wer das Stöckchen findet, darf es behalten!

20 Dinge über mich

Wahrscheinlich bin ich die Letzte, die dieses Stöckchen verwurstet, aber besser spät als nie. Hier also 20 atemberaubende, total skandalöse, geheime und spektakuläre Dinge über mich:

1. Ich bin klein. In meinem Personalausweis steht, dass ich 1,65m bin. Das ist aber eine Lüge, in Wirklichkeit bin ich nur 1,63m. Ich hatte noch nie das Bedürfnis, größer sein zu wollen. Außer vielleicht beim Hosenkauf. Oder wenn ich eine Leiter brauche, um die tiefen Teller aus dem Schrank zu holen. Ansonsten ist das ganz okay so. Entsprechend zum Zwergenwuchs trage ich Schuhgröße 37. Gemeine Menschen aus meinem Umfeld nennen meine Füße auch liebevoll „Hufe“. Auch das ist okay. Bei mir sehen Ballerinas wenigstens nicht scheiße aus.

2. Ich bin die schlechteste Vegetarierin der Welt. 10 Jahre war ich Vegetarierin. Dann kam die Mensa und ich musste täglich frittierte Vierecke essen. Nun esse ich wieder Fleisch. Und zwar so ziemlich alles an Fleisch. Inklusive Leber und Wurstebrei. Aus moralischen Gründen sollte ich das eigentlich lassen. Vielleicht probiere ich mal Dominics Werktags- Vegetarismus aus.

3. Ich fahre 200m mit dem Fahrrad. Ich bin in der Nähe von Münster aufgewachsen. Da geht man nicht zu Fuß. Nie. Nirgendwohin. Zitat eines Bekannten in einer Diskussion über ein Kind, das mit einem Jahr noch nicht laufen konnte: „Wichtig ist, dass er mit 18 besoffen Fahrradfahren kann.“ Word.

4. Ich mag keinen Grünkohl. Wirklich nicht. Auch nicht den, den deine Mutter, Oma, Tante, Schwipp- Cousine zubereitet. Egal, ob mit Wurst, als Eintopf oder sonstwie. Alleine der Geruch treibt mir die Tränen in die Augen.

5. Ich hatte noch nie Magen- Darm- Grippe. Ich habe schon Nächte mit kotzenden und sich in Krämpfen windenden Menschen verbracht und bis bisher immer verschont geblieben. Aus mir kann man vielleicht einen Impfstoff entwickeln.

6. Ich konnte schon lesen, bevor ich in die Schule kam. Ja, ich war ein sehr begabtes Kind. Bis zur 7. Klasse. Dann kam Chemie. Und Französisch. Und in Mathe wurde plötzlich mit Buchstaben gerechnet. Hab ich bis heute nicht verstanden.

7. Ich mag keine alkoholischen Mischgetränke mit Cola. Ich mag Cola. Und ich mag Schnaps (außer Tequila, Jägermeister und Ramazotti). Aber nicht in einem Glas. Dies ist auf ein Bacardi- Cola- Incident zurückzuführen, der mir mit zarten 16 passierte.

8. Ich habe fast alle Tatort- Folgen gesehen. Seit ich denken kann, schaue ich Sonntags Tatort. Polizeiruf kommt mir nicht ins Haus. Ab 20:15 Uhr braucht ihr mich also nicht anrufen.

9. Ich bin in Gelsenkirchen geboren. Ja, jeder hat eben eine Leiche im Keller. Ich wurde in Herne- West geboren. Keine Pointe.

10. Ich habe überhaupt keinen Orientierungssinn. Wenn ich mich in meiner Wohnung dreimal im Kreis drehe, habe ich Schwierigkeiten, das Klo wiederzufinden. Immerhin kann ich ganz gut Karten lesen. Das rettet mich oft. Ich kann mir nämlich auch keine Wege merken. Erst nach dem etwa 15. Mal denke ich manchmal: „Das kommt mir hier irgendwie bekannt vor“

11. Wenn ich im Auto lange hinten sitze, muss ich kotzen. War als Kind schon so. Ist heute noch so. Blöd.

12. Ich besitze kein Auto. Nervige Parkplatzsuche, ein benzinfressendes Monster und ein TÜV Termin führten zu der Überlegung: „Probiers mal ohne.“ Das war vor 4 Jahren. Ich kenne bald alle Zugstrecken und kann demnächst die Ansagen am Bahnhof übernehmen.

13. Ich bin großer Freund des deutschen Films. Der deutsche Film ist besser als sein Ruf. Und ich ziehe jeden Fatih Akin Film einer romantischen Komödie mit Sandra Bullock vor.

14. Ich kann Häkeln und Nähen. Als Ausgleich kann ich aber auch gut Skatspielen und Biertrinken.

15. Die meisten meiner Freunde kenne ich schon über 20 Jahre. Das ist ziemlich toll. ❤

16. Zum Einschlafen höre ich Hörspiele. Am liebsten ALF, allerdings hält mich mein eigenes Lachen oft vom Schlafen ab.

17. Ich mag Rosenkohl. Ich verrücktes Huhn!

18. Ich kann ganz gut singen. Besonders gut (laut Singstar) „Die kleine Kneipe“ und „Never ending story“

19.Ich hätte gerne einen Garten. Und zwar einen Gemüsegarten.

20. Ich würde gerne mal ein Buch schreiben. Allerdings weiß ich nicht worüber.

10 Dinge, die du tun musst, wenn du einen grausamen Tod sterben möchtest

1. Steige grundsätzlich in Bus, Bahn, Zug, Privatjet… ein, BEVOR die anderen ausgestiegen sind. Das erhöht deine Chancen auf einen Sitzplatz um etwa 0%, macht dich beliebt bei allen Fahrgästen und besonders bei mir (siehe Titel).

2. Wenn du eine Rolltreppe hoch- oder runterfährst, bleib am Ende bitte kurz stehen, um dich zu orientieren. Ich mag Körperkontakt zu Fremden sehr gerne und wollte schon immer Teil eines menschlichen Domino- Days sein.

3. Hast du ein Kind, dann stille es doch bitte genau dann, wenn ich dir gegenüber sitze und gerade frühstücke. Oder Mittag esse. Oder generell dir gegenüber sitze. In der Straßenbahn. An der Bushaltestelle. Im Café. Ich finde nämlich, dass es „etwas ganz Natürliches“ ist, wenn man mal einfach so blank zieht.

4. Gewöhne dir doch bitte an, regelmäßig zu spät zu kommen, vor allem dann, wenn ich im Winter bei Eis und Schnee an einer Straßenecke in Berlin Marzahn oder Bielefeld Baumheide auf dich warte. In kurzen Hosen.

5. Wenn ich dir erzähle, dass gerade eben meine Familie durch einen Autounfall ums Leben gekommen ist, mein Hund vergewaltigt und mein Arbeitsplatz an ein Zwergkanninchen vergeben wurde, so antworte stets mit „Was soll ICH denn sagen?“.

6. Gib mir doch bitte Tipps, wie ich mein Leben in den Griff kriegen kann, wenn du im 36. Semester Astrophysik mit Philosophie im Nebenfach studierst und dein letzter Job Babysitten in der 7. Klasse beim Nachbarskind war.

7. Antworte auf Nachrichten oder emails lieber nicht. Das belästigt mich.

8. Sollte ich mich mal mit dir zum Essen verabreden, bestell dir nur ein Wasser, weil du auf deine Linie achten musst.

9. Weise mich an einer 3-spurigen Straße zum Feierabendverkehr an einer Bushaltestelle gerne drauf hin, wenn dich mein Rauchen stört.

10. Frage mich, ob ich „Shades of Grey“ schon gelesen habe.

10 Gründe, NICHT nach Dubai zu reisen

1. Es ist warm. Sehr warm. Das Kameraobjektiv beschlägt, wenn man ins Freie tritt. Auch ein Glas Wasser mit Zimmertemperatur beschlägt sofort. Schokolade im Supermarkt kaufen? Keine Chance. Es sei denn, man transportiert es mit einem Taxi, die sind nämlich meist auf 18°C runter gekühlt. Dieses Temperatur- Achterbahnfahren ist gewöhnungsbedürftig. (Zitat 22:00 Uhr, Hotel Skylounge: „Brrr, ist das kalt hier! Lass uns mal zum Pool, ich muss mich aufwärmen“)

2. Es brummt Überall. Im Hotelzimmer, am Pool, in den Straßen: Überall brummt es. Klimaanlagen, Ventilatoren, permanent ist dieses Geräusch in den Ohren. Nur in der Wüste ist es leise.

3. Dunst Wer blauen Himmel sucht, der sollte nicht nach Dubai fahren, denn den gibt es dort selten. Selbst in der Wüste ist es so dunstig, dass man keine Sterne sieht. Die feuchte Luft, die vom Golf aufsteigt, verbunden mit den 37634766399 Tonnen CO², die täglich durch die Klimaanlagen in die Atmosphäre geblasen werden, erzeugen einen fiesen Schleier, der sich über die ganze Küste legt.

4. Komplette Verschwendung  Die größte Mall der Welt, das höchste Gebäude der Welt, das einzige 7 Sterne Hotel. Eine riesige künstlich aufgeschüttete Insel. Sechsspurige Straßen. Eine riesige Golfanlage in der Wüste. Dubai ist irgendwie immer einen drüber. Das ist wohl das Ergebnis, wenn ein Land innerhalb sehr weniger Jahre plötzlich sehr sehr reich wird.

5. Straßenverkehr In Dubai kann man außerhalb der Altstadt am Creek nicht spazierengehen. Die Hitze hat wohl dazu geführt, dass die neu errichtete Stadt ausschließlich über Metro, Bus und Taxi erschlossen ist. Die Straßen sind riesig und trotzdem häufig verstopft. Verpasst man eine Abfahrt, kann man gut und gerne 20km im Kreis fahren. Aber wen kümmert es? Ein Liter Benzin kostet hier ja nur 30 Cent.

6. Natur? Wer die Natur sucht, sollte natürlich per se keinen Wüstenstaat besuchen. Sattes Grün erwartet einen natürlich nicht. Aber in einem Land, in dem ganze Inseln künstlich aufgeschüttet werden, verliert man etwas die Orientierung (was ist echt? was ist künstlich?). Meine Freude über die Palme, unter der ich lag, wurde auf jeden Fall durch das Wissen getrübt, dass sie außerhalb der Stadt künstlich bewässert und anschließend umgepflanzt wurde.

7. Tourismus1 Wie jedes andere Urlaubsland auch, verstehen die Menschen in Dubai ihr Geschäft. Jede Attraktion endet in einem Shop. Wir haben etliche Japaner gesehen, die sich für einige Dirham in einem Scheichsgewand haben fotografieren lassen.

8. Tourismus 2 Auch die Menschen, die in Dubai wohnen, sind meist zugezogene. Ich bin mir nicht sicher, ob wir überhaupt einen einzigen „Local“ gesehen haben. Nur 10% der Einwohner der Emirate sind tatsächlich Emiratis.

9. Baustellen Dubai ist nicht fertig und wird es auch wohl nie werden. Die Finanzkrise hat das Land ziemlich kalt erwischt. Einige (zugegebermaßen größenwahnsinnige) Bauprojekte sind daher gestoppt worden. Dazu gehören z.B. auch die Inseln „The World“. Auch „Dubailand“ (das Pendant zu Disneyland) wird nicht weitergebaut. Das große Eingangsportal und eine Achterbahn gibt es schon, sie stehen einsam und verlassen in der Wüste. Dabei wird es vermutlich auch bleiben.

10. Landestypisch Die Emirate haben eins: Öl. Und auch das nicht mehr lange. Hier wird nichts anderes hergestellt. Das Land hat keinerlei Kompetenzen in den eigenen Reihen. Sie stellen nichts her. Die Einheimischen haben Geld. Punkt. Hotels werden von Europäern gemanaged, von Amerikanern und Japanern entworfen und von Indern gebaut. Lebensmittel kommen aus den USA, England und Deutschland. Die letzten 50 Jahre fanden im Zeitraffer statt. In spätestens 20 Jahren ist Schluss mit dem Öl. Mal sehen, was dann passiert.

10 Gründe, nach Dubai zu reisen

1. Es ist warm Sehr warm. Angenehm warm. Sind es hierzulande mehr als 25°C, verkrieche ich mich in meiner kühlen Altbauwohnung, dort ist die Hitze toll. Die Luft ist durch die Lage am Golf sehr feucht. Die Haut dankt es einem, sie ist nach 2 Tagen weich wie ein Kinderpopo. Und wo kann man schon nachts im Pool schwimmen, ohne auch nur im Ansatz zu frieren?

2. Freundliche Menschen Wir haben in einer Woche Dubai nicht einen einzigen unfreundlichen Menschen getroffen. Ausnahmslos alle Menschen sind unglaublich nett und zuvorkommend, ohne dabei aufdringlich zu sein. Man klappt fragend seinen Stadtplan auf und wird gefragt, ob man Hilfe braucht. Das ist mir in Deutschland in meinem ganzen Leben noch nicht passiert.

3. Architektur Superlative hin oder her: Die Architektur ist einfach beeindruckend. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie scheiße hoch, dieser Burj Khalifa ist, obwohl ich höchstpersönlich mit meinen eigenen kurzen Beinen drauf gestanden habe. 828 Meter ist einfach nicht vorstellbar. Aus 95 Kilometer Entfernung kann man diesen Turm sehen.

4. Arabische Kultur Während unseres Aufenthaltes in Dubai hat ein US Spinner einen Film veröffentlicht, der einige Islamistenspinner dazu veranlasst hat, Botschaften anzuzünden. Aber ich kann euch sagen: Arabische Kultur und muslimisches Leben ist anders! Die Menschen gehen respektvoll miteinander um (ja, auch mit Frauen!), und tolerieren auch idiotische Touristinnen, die trotz aller Hinweise halbnackt (und wenn ich sage halbnackt, dann meine ich halbnackt!) durch die Stadt laufen. Ja, die Menschen sind sehr gläubig. Fünfmal täglich läuten die Moscheen zum Gebet, es gibt in jeder Mall „Prayer Rooms“, Alkohol ist bis auf ganz wenige Ausnahmen streng verboten (auch das Parfum ist alkoholfrei) und ihr werdet in dem ganzen Land kein Gramm Schweinefleisch finden. That’s it. Nicht mehr und nicht weniger.

5. Die Wüste Weniger als 50 Kilometer trennt die Stadt von der riesigen arabischen Wüste. Eine richtige Wüste. Mit Sanddünen aus so feinem Sand, dass man ihn kaum abgewaschen bekommt. Hier ist die Luft deutlich trockener und es ist fast unheimlich ruhig und dumpf. Die Einheimischen mögen die Wüste nicht (klar, ich würde mich auch irgendwann nach Wald und Wiese sehnen), aber es ist ein wirklich beeindruckendes Erlebnis.

6. Der Arabische Golf Er ist sehr warm und sehr salzig. Das Wasser ist wahnsinnig klar. Schwimmen ist fast anstrengend und tauchen fast unmöglich, weil man aufgrund des Salzgehaltes hochploppt wie ein Korken. Das Wasser ist toll und die Strände sind durch das Salz wirklich richtig weiß.

7. Die Altstadt Ja, es gibt eine Altstadt. Ich habe auch geschmunzelt, als ich darüber las, aber es gibt sie wirklich. Und sie ist toll. Das älteste Gebäude ist aus dem 18. Jahrhundert und beherbergt das kleine, niedliche Dubai Museum. Verglichen mit Europa hat dieses Land einige Jahrhunderte in der Entwicklung ausgelassen, bzw sie im Zeitraffer innerhalb 50 Jahren durchlebt. Die alten Windtürme und der Creek im Zentrum sind aber absolut sehenswert.

8. Die Märkte In der Altstadt von Dubai gibt es die traditionellen Märkte, die auch von vielen Einheimischen besucht werden. Gold, Gewürze und Textilien werden hier verkauft. Aber natürlich nicht einfach so: Reingehen, Preis erfragen, kaufen. Nein! Man wird zunächst angequatscht, geht dann mit in den Laden, bekommt 20 Minuten die Vorteile des Produktes erklärt, erfährt dann irgendwann einen vollkommen größenwahnsinnigen Preis, feilscht danach hin und her und einigt sich auf etwa 50% des Anfangspreises. Ja, es ist genauso wie Monty Python schon beschrieben hat („Zehn Schekel??? Für DIESE tolle Flasche???).

9. Der Geruch Es duftet. Überall. Nach Weihrauch, Sandelholz, Moschus und anderen feinen Gewürzen. Es riecht nie nach Schweiß, Abgasen oder Abwasser. Ich weiß nicht, wie sie das machen, aber die ganze Stadt riecht gut. Auch Metrostationen und öffentliche Toiletten.

10. Die kleinen Dinge Einige Erlebnisse und Kleinigkeiten werde ich wohl nie vergessen, so zum Beispiel die klimatisierten Bushaltestellen; die winzige Teebude etwas außerhalb, die für 1 Dirham (25 Cent) den wohl leckersten Tee ans Auto bringt; die mobilen Klimaanlagen (analog zu unseren Heizpilzen), die man sich bestellen kann; die Hitze, die einem beim Öffnen der Balkontür erst einmal kurz den Atem nimmt; das Gefühl im 8. Stock abends im Dunkeln schwimmend auf die Stadt zu schauen und das allgegenwärtige Gefühl, herzlich willkommen zu sein.

kzH

Ich bin krank geschrieben. Zwei Wochen. Davor war ich schon eine Woche im Krankenhaus, also sind es drei Wochen, in denen ich nicht zur Arbeit gehen kann.

Ich fand es eigentlich sogar ein wenig verlockend, drei Wochen mal seine Ruhe zu haben und keinen Wecker stellen zu müssen. Eigentlich…

Beschäftigung Nr. 1: Fernsehen

Die Fußball EM ist vorbei. Dies führt ja auch unter normalen Umständen schon einmal in ein emotionales Tal, ist man jedoch rund um die Uhr zu Hause, erhöht sich die Brisanz. Ich strukturiere also meine ersten Tage nach Punkt 9 (Frühstück), Punkt 12 (Mittagessen) und Exklusiv (Abendessen). In den Mitten im Leben Pausen freue ich mich darüber, dass es im sozialen Gefüge doch noch Menschen existieren, die zu mir aufschauen müssten (theoretisch), während ich mir nachmittags im Schlafanzug noch einen Kaffee mache.

Beschäftigung Nr.2: Online Shopping

Heute kam der DHL Bote zum zweiten Mal in dieser Woche und fragte mich, wieso ich denn zu Hause sei. (Er ärgerte sich wohl, weil er sonst die Pakete bequem im EG abgeben kann, während er nun in den 2. Stock schnaufen musste) Ich schilderte im (im Schlafanzug), dass ich krank geschrieben sei, und dass wir uns in den nächsten Tagen wohl noch öfter sehen werden. Online Shopping ist toll, wird mich aber früher oder später in die Situation bringen, dass ich einen Rettungsschirm beantragen muss.

Beschäftigung Nr. 3: Internet

Seiten, die ich durchgelesen habe: SpOn, Facebook, Twitter, Chefkoch, Tagesschau, Amazon, Stepstone, Sacha Brohm, Holidaycheck, Tatort- Forum, Haekeln.com, Wikipedia (okay, nicht ganz durch)

Folgende Mediatheken sind bereits abgearbeitet: ZDF, ZDF neo, ZDF Kultur, WDR Quarks&Co, ARD, RTLnow, VOXnow. Werde mich nun Youtube widmen. Habe festgestellt, dass es dort erstaunlich viele Didi Hallervorden Sketche zu sehen gibt.

Beschäftigung Nr.4: DVD

Alleine Filme auf DVD gucken ist nichts für mich. Da bin ich komisch konditioniert. DVDs sieht man sich mindestens zu zweit an. Zumindest Filme. Wer schon einmal an einem Dienstag vormittag um elf Rosemary’s Baby gesehen hat, weiß vielleicht was ich meine. Da ich meine Diese Drombuschs Box bereits bei meiner Grippe im November abgearbeitet habe, bleibt die restliche DVD Sammlung erstmal unberührt.

Beschäftigung Nr.5: Kochen

Ich muss ja glücklicherweise nicht das Bett hüten. Dies ermöglicht mir, einkaufen zu gehen. Ich habe Muffins gebacken, frischen Fisch zubereitet, Marmelade und Tomatenrelish gekocht und Rhabarbersirup hergestellt. Die Küche liegt nach diesen Aktionen jedesmal in Trümmern. Das Abwaschen vertage ich jedoch (aus Krankheitsgründen, man ist ja schließlich nocht geschwächt) und in Ermangelung eines sauberen Topfes, wird dann eine Ofenfrische in die Röhre geschoben.

Beschäftigung Nr. 6: Lesen

Ja, das ist so eine Sache. Ich lese gerne und ich lese viel. Täglich mindestens eine Stunde. Das ist die Zeit, die ich für die Fahrt zur Arbeit und wieder zurück aufbringe. In der Straßenbahn. Also viel Zeit zum Lesen. Ich habe nie verstanden, wie Menschen Bahn fahren können, ohne dabei zu lesen. Oder Kreuzvorträsel zu lösen. Oder am Handy rumfummeln. Oder überhaupt IRGENDETWAS zu tun. Nun gut. Ich also lese. Im Krankenhaus habe ich 2 1/2 Bücher gelesen. Das erste hatte ich bereits durch während ich an der Aufnahme saß. Mit dem letzten habe ich dummerweise unmittelbar nach der Operation begonnen. Das bedeutet, die ersten 150 Seiten habe ich im Delirium gelesen. Jetzt handelt es sich auch hierbei nicht um Eine Woche voller Samstage oder Konsalik’s Wer stirbt schon gerne unter Palmen, sondern um Kafka am Strand. Ein gutes Buch. Wenn man nicht gerade die ersten 150 Seiten unter Vollnarkose liest. Diese Tatsache macht die noch vor mir liegenden 380 Seiten zu einer Herausforderung. Und danach gibt es erstmal wieder Nick Hornby. Zum Runterkommen.

Beschäftigung Nr. 7: Wäsche waschen

Würde ich machen, trüge ich nicht zu 80% einen Schlafanzug.

Beschäftigung Nr.8: Krankenbesuch empfangen

Tageshighlights. Mein Freundeskreis besteht nun leider nicht aus Arbeitslosen, und auch die Anzahl der Studenten ist im Laufe der Jahre auf Null geschrumpft. Krankenbesuche werden also abends abgestattet. Zwischen 19 und 20 Uhr tausche ich also meinen Schlafanzug gegen eine Hose (naja, meistens… je nachdem, wer mich besuchen kommt) und empfange Besuch. Um beispielsweise mit ebendiesem eine DVD zu schauen. Und ihm anschließend ein Glas selbst gekochte Erdbeermarmelade unterzujubeln.

Beschäftigung Nr.9: Das Haus verlassen

Das ist aufregend. Ich bin wie erwähnt nicht ans Bett gefesselt und soll laut ärztlicher Anweisung auch durchaus rausgehen. Mein Arbeitnehmergewissen macht mir jedoch regelmäßig einen Strich durch die Rechnung. Wie eine illegale Einwanderin schleiche ich also durch meinen Stadtteil und rufe im Geiste schonmal alle vermeintlich wichtigen Sätze ab, die es beim Aufeinandertreffen mit Kollegen abzurufen gilt: Ich war kurz in der Apotheke. Ich habe einen Arzttermin. Klopapier ist alle. Die Operationsnarbe halte ich dabei so verdeckt wie nötig, so sichtbar wie möglich. Jeder Genesungswunsch, der die Worte Glück, gutes Wetter, Erholung, schöne Tage enthält, wird unter „gemeine Zyniker“ lebenslang abgespeichert.

Beschäftigung Nr. 10: Bloggen

Die ideale Beschäftigung. Es rangiert in meinem Normen- und Wertesystem über RTL gucken, macht keinen Dreck, kostet kein Geld und erfordert keine Gesellschaft. Würde ich jetzt noch was erleben (also mehr als in Punkt 1-9 beschrieben), könnte das was werden.

Die zweite Woche ist nun fast rum. Und ich weiß jetzt bereits, dass ich in wenigen Wochen denken werde: „Hach, so ein paar Tage zu Hause, nix tun außer DVD gucken und lesen; das wäre mal was Feines“. Ich hoffe, die formschöne Acht, die ich in den abgewetzten Dielenboden gelaufen habe, wird mich erinnern, wie es war. Damals. Als ich drei Wochen krank geschrieben war.